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LA TENEREZZA

Die Zärtlichkeit

Regie: Gianni Amelio
Drehbuch: Gianni Amelio, Alberto Taraglio, nach einem Roman von Lorenzo Marone
Kamera: Luca Bigazzi
Schnitt: Simona Paggi
Ausstattung: Giancarlo Basili
Musik: Franco Piersanti
Produktion: Pepito Produzioni
Darsteller:  Renato Carpentieri (Lorenzo), Elio Germano (Fabio), Giovanna Mezzogiorno (Elena), Micaela Ramazzotti (Michela), Greta Scacchi (Aurora), Arturo Muselli (Saverio), Giuseppe Zeno (Giulio)

Italien 2017
103 Minuten, OmU

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Lorenzo ist Rechtsanwalt im Ruhestand und lebt als Witwer allein in einer schönen Wohnung im Zentrum Neapels. Er versprüht stets schlechte Laune und hat sich einen emotionalen Schutzpanzer zugelegt, sicherheitshalber. Dasselbe haben seine erwachsenen Kinder getan, mit denen er möglichst wenig zu tun haben will. Als nebenan neue Nachbarn einziehen, funktioniert das mit dem Panzer nicht mehr so ganz. Lorenzo ist zu seinem eigenen Erstaunen gern bei Michela, der jungen Frau, er redet mit Fabio, ihrem Ehemann, und spielt mit den Kindern. In dieser augenscheinlich glücklichen Familie erkennt er, wie seine eigene Familie hätte sein können, aber niemals war. Doch ein schreckliches Ereignis scheint alles unwiederbringlich zu zerstören…

Zwei Familien, die auf schicksalhafte Weise miteinander verbunden werden, und ein verbitterter alter Mann, der sich langsam wieder öffnet und das Gefühl der Zärtlichkeit wiederfindet. Auch über die Katastrophe hinaus. Gianni Amelio, einer der großen Altmeister des italienischen Kinos, konnte für seinen bewegenden neuen Film mit Elio Germano, Giovanna Mezzogiorno, Micaela Ramazzotti, Greta Scacchi und Renato Carpentieri ein herausragendes Schauspielerensemble gewinnen.

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Was ist Zärtlichkeit? Zum Beispiel die Fähigkeit, sich an der Hand zu halten, ohne einen besonderen Grund dafür zu brauchen. Heutzutage wird es immer schwerer, miteinander in Kontakt zu treten, obwohl jeder von uns eine Geste der Zärtlichkeit braucht, die uns sagt: „Ich bin bei dir.“ Diese Zärtlichkeit, die uns hilft, wenn wir im Dunkeln tappen. Wenn man über 70 Jahre alt ist, so wie ich, fühlt man sich gegenüber den Menschen, die einem am nächsten stehen, häufig unsicher. Lorenzo kann sich besser seiner Nachbarin öffnen, die keine Fragen stellt. In ihr findet er seine Tochter wieder, die in Wirklichkeit allerdings einen ganz anderen Charakter hat.
Gianni Amelio

Die Angst, nicht geliebt zu werden, aber vor allem auch, nicht lieben zu können. Die Kraft und die Zerbrechlichkeit von Gefühlen, die häufig irrational, grausam oder geheimnisvoll sind und die uns in Konflikte mit anderen und mit uns selbst stürzen. Dies sind die Themen, um die sich der Film La tenerezza von Gianni Amelio dreht. Es ist eine persönlich gefärbte Aufarbeitung des zugrundegelegten Romans La tentazione di essere felici von Lorenzo Marone, in welcher der Regisseur die Beziehung zwischen Vätern und ihren Kindern reflektiert. Wie auch in seinen anderen Filmen geht es um den schwierigen Dialog der Generationen.
Alessandra De Luca, Avvenire

Der Film  handelt von der Angst, die eigenen Gefühle zum Ausdruck zu bringen, von der Unfähigkeit, die richtigen Worte zu finden. Natürlich kann es für einen Erwachsenen zur Neurose werden, wenn er sich darauf versteift,  emotional ein bockiges Kind bleiben zu wollen: aus diesem Grund lauern in dieser Geschichte auch der Schmerz und der Tod. Und aus diesem Grund muss Lorenzo die Hölle durchqueren, um sein Paradies wiederzufinden. Oder besser noch, um eben die Erfahrung der Zärtlichkeit machen zu können.
Alberto Crespi, L'Unità

Gianni Amelio (1945, San Pietro Magisano). Nach dem Philosophiestudium arbeitet er zunächst als Regieassistent im Kino der 60er Jahre. Sein Regiedebüt gibt er 1970 mit dem TV-Film La fine del gioco. Nach La città del sole (1973) und La morte al lavoro (1978) etabliert er sich mit Colpire al cuore (1982), I ragazzi di Via Panisperna (1988), Porte aperte (1989), Ladri di bambini (1992), Lamerica (1994) und Così ridevano (1998) als einer der bedeutendsten italienischen Regisseure. Es folgen Le chiavi di casa (2004), La stella che non c’è (2006), Il primo uomo (2011), L’intrepido (2013) und La tenerezza (2017).

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