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NON ESSERE CATTIVO

TU NICHTS BÖSES

Regie: Claudio Caligari
Drehbuch: Claudio Caligari, Giordano Meacci, Francesca Serafini
Kamera: Maurizio Calvesi
Schnitt: Mauro Bonanni
Ausstattung: Giada Calabria
Musik: Paolo Vivaldi, Alessandro Sartini, Cristiano Balducci
Produktion: Paolo Bogna, Simone Isola, Valerio Mastandrea per Kimerafilm
Darsteller: Luca Marinelli (Cesare), Alessandro Borghi (Vittorio), Silvia D’Amico (Vivana), Roberta Mattei (Linda), Alessandro Bernardini, Valentino Campitelli, Danilo Cappanelli

Italien 2015
100 Minuten, OmU

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Die Vorstädte von Rom und Ostia, in den 90er Jahren. Die „Ragazzi di vita“, einst von Pasolini beschrieben, gehören nun zu einer Welt, in der Geld, schnelle Autos, Nachtlokale und Kokain scheinbar leicht zu haben sind. Es ist die Welt, in der sich Vittorio und Cesare, beide 20 Jahre alt, auf der Suche nach Erfolg und Bestätigung bewegen. Das neue „dolce vita“ fordert jedoch einen sehr hohen Preis. Und irgendwann trennen sich die Wege: Vittorio verliebt sich, versucht eine Rückkehr in die bürgerliche Gesellschaft, Cesare hingegen versinkt immer tiefer in einem Sumpf aus Drogen und Dealen. Doch Vittorio gibt seinen Freund nicht auf.
Regisseur Claudio Caligari gehört zu den wilden Außenseitern des italienischen Kinos. In mehr als 30 Jahren konnte er nur drei Spielfilme realisieren. Authentisch, energiegeladen und emotional, kreisen sie alle um junge Leute am Rand der Gesellschaft. Dabei entsteht eine neue, zeitgemäße Form des Neorealismus. Non essere cattivo wurde zu Caligaris Vermächtnis; kurz nach Fertigstellung des Films starb er im Alter von 67 Jahren an Krebs.

Non essere cattivo spielt in der Mitte der 90er Jahre, weil dies der Moment ist, in dem die Welt Pasolinis und seiner „Ragazzi di vita“ stirbt. Die Jungen aus meinem Erstlingsfilm Amore tossico waren auf eine gewisse Weise voller Unschuld, sie stahlen, um sich mit Drogen betäuben zu können. Den Reichen etwas wegzunehmen, war für sie ein Weg, um die soziale Ungerechtigkeit auszugleichen. Cesare und Vittorio verkörpern eine neue Generation. Heute stiehlt man nicht mehr, um irgendwie durchzukommen, sondern um etwas anzuhäufen, Luxusgüter zu kaufen, Rolex, schnelle Autos, Markenschuhe: Pasolinis Jungen sind nun Teil des organisierten Verbrechens und haben dabei die bürgerlichen Wertvorstellungen von Geld und Konsum übernommen. Vielleicht ist die Freundschaft der einzige Ausweg.
Claudio Caligari

Der Platz an der Promenade von Ostia, das Eis. Caligari bringt uns vom ersten Moment an dorthin zurück, wo 1983 mit Amore tossico alles begann. Dieses Mal befinden wir uns im Jahr 1995 und das Eis essen Vittorio und sein Freund Cesare. Die beiden sind Straßenjungs, kennen nur ein Leben und das besteht aus Diskonächten, schnellen Autos, Alkohol, Kokainverkauf. Bis Vittorio die alleinstehende Mutter Linda kennenlernt und beschließt, sein Leben zu ändern. Non essere cattivo, in 32 Jahren Karriere Caligaris dritter Spielfilm, ist vielleicht nicht perfekt, aber wunderschön. Auch hier spüren wir das Verlangen, anhand einer kleinen Geschichte den Geist einer Epoche und eines Milieus einzufangen, und wieder einmal tut der Regisseur dies mit meisterhaften Darstellern. Denn die unglaubliche Intensität von Luca Marinelli und Alessandro Borghi, diese Alchimie einer Freundschaft, die die Leinwand mit aller Kraft sprengt, ist der eigentliche Motor des Films. Absolute Protagonisten, sicher, aber umgeben von einer ganzen Schar wichtiger Nebendarsteller: Caligaris großer Verdienst besteht auch darin. Ein Regisseur, dessen Filme zeitlos erscheinen und bei dem das italienische Kino tief in der Schuld steht.
Und der seinen Weg dort beendet, wo er begonnen hat, als Amore tossico 1983 in Venedig als bestes Debüt ausgezeichnet wurde. Non essere cattivo, der außer Konkurrenz gezeigt wurde, ist in gewisser Hinsicht vielleicht genau das: außer der Reihe, nicht einzuordnen. Ein Meisterwerk.
Valerio Sammarco, Rivista del Cinematografo

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Claudio Caligari (1948, Arona (Novara) drehte in den Siebzigerjahren zahlreiche Dokumentarfilme. 1983 erscheint mit Amore tossico sein erster Spielfilm. Sein zweiter Film, L’odore della notte, kommt 1998 heraus. Das Projekt Anni rapaci, über die Kriminalität in Norditalien bleibt unvollendet. Non essere cattivo ist sein dritter und letzter Film. Der Regisseur stirbt am 26. Mai 2015 im Alter von 67 Jahren in Rom.

im Verleih von Cinema!Italia!

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