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LEA

Regie: Marco Tullio Giordana
Drehbuch: Marco Tullio Giordana, Monica Zappelli
Kamera: Roberto Forza
Schnitt: Francesca Calvelli
Ausstattung: Franco Piersanti
Musik: Giancarlo Basili
Produktion: Bibi Film, Rai Fiction
Darsteller: Vanessa Scalera (Lea Garofalo), Linda Caridi (Denise), Alessio Praticò (Carlo), Mauro Conte (Floriano), Antonio Pennarella (Massimo), Diego Ribon (Don Luigi), Matilde Pierna, Bruno Torrisi

Italien 2015
95 Minuten, OmU

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Ein kleiner Ort in Kalabrien: Lea Garofalo lebt in einer Familie, die tief in die Aktionen der dortigen Mafia, der ‘Ndrangheta, verstrickt ist. Für ihre Tochter Denise jedoch wünscht sie sich ein anderes Leben, ein Leben ohne Gewalt, ohne Lügen und Angst. Sie reagiert mit den einzigen Waffen, die sie hat: sie erstattet Anzeige gegen ihre Mafia-Familie und vertraut sich der Justiz an. Eine Entscheidung mit schwerwiegenden Konsequenzen. Schon bald steht sie mit Denise unter strengem Zeugenschutz, muss mehrfach Namen und Aufenthaltsort ändern, um der Rache ihres Clans zu entgehen. Doch Lea merkt, dass sie und ihre Tochter sich auf niemanden verlassen können…
Eine wahre Geschichte, die in Italien großes Aufsehen erregte. Regisseur Marco Tullio Giordana („100 Schritte“, „Die besten Jahre“) bleibt nah an den Tatsachen, erzählt den Fall von Lea und Denise Garofalo als nüchternes, gleichwohl intensives und packendes Dokudrama.

Lea Garofalos Geschichte hat mich tief beeindruckt. Es ist nicht die Geschichte eines Opfers, sondern die Geschichte einer Frau, die in sich selbst die Kraft findet, zu reagieren und zu kämpfen: die den Mut hat, sich zu wehren, selbst als Zeugin aufzutreten und die Wirklichkeit nicht als etwas Vorherbestimmtes zu akzeptieren. Sie ist eine dieser Persönlichkeiten, die mir immer gefallen haben, unnachgiebig und rebellisch. Denn die einzige Hoffnung, in eine Struktur wie die der ‘Ndrangheta einzudringen, besteht darin, ihre Macht vollständig zu zerpflücken. Dies wird von Frauen ermöglicht, die nicht mehr die treuen Hüterinnen der mafiösen Traditionen sein wollen.
Marco Tullio Giordana

Im Zeichen des Kinos von Elio Petri und Luca Damiani, aber mit einer neuen Sensibilität. Und wenn möglich mit noch mehr Effizienz im Vergleich zu seinen Filmen La meglio gioventù und I cento passi. Der neueste Film von Marco Tullio Giordana trägt den Namen einer Frau: Lea, eine Heldin unserer Zeit. Kein Opfer, wie der Regisseur erklärt, sondern einfach eine „in der Schlacht Gefallene“. Der Krieg geht gegen das Gesetz des Schweigens, gegen die Befangenheit Süditaliens, gegen die patriarchale Macht der Clans Kalabriens. Der Film beruht auf einer dramatischen wahren Begebenheit, er ist düster, aber frei von Rhetorik und jeder schmückenden Sentimentalität.
Pier Francesco Borgia,Il Giornale

Marco Tullio Giordanas Film verdient jeden Beifall. Er ist eine nüchterne Hommage an eine große Frau. Man bekommt nicht einen einzigen Tropfen Blut, keine der in Mafiafilmen sonst so üblichen Gewaltszenen zu sehen. Das ist eine weise Entscheidung, vor allem, weil dadurch der Figur Lea Garofalo kein Raum und keine Aufmerksamkeit entzogen wird. Sie steht im Mittelpunkt der Geschichte und ist stärker als Pistolenschüsse, Blut und Leichen. Lea ist ein Film, den man in den Schulen zeigen sollte, denn Lea Garofalo geht daraus als ein Beispiel für Mut und Moral hervor, als ein echtes Vorbild für all diejenigen, die noch die Kraft haben, sich zu wehren.
Domenico Naso, Il Fatto Quotidiano

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Marco Tullio Giordana (Mailand, 1950). Nachdem er 1977 an Roberto Faenzas Film Forza Italia! mitgewirkt hat, debütiert er 1980 mit Maledetti vi amerò, mit dem er beim Festival von Locarno gewinnt. Es folgen die Filme La caduta degli angeli ribelli (1981), Pasolini - un delitto italiano (1995), I cento passi (2000), La meglio gioventù (2003), Quando sei nato non puoi più nasconderti (2005), Sangue pazzo (2008), Romanzo di una strage (2012) und Lea (2015). Er ist außerdem Autor des Romans Vita segreta del signore delle macchine (1990) und Theaterregisseur.

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