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La ragazza del mondo

Die Welt der anderen

Regie: Marco Danieli
Drehbuch: Marco Danieli, Antonio Manca
Kamera: Emanuele Pasquet
Schnitt: Alessio Franco, Davide Vizzini
Ausstattung: Laura Inglese
Musik: Umberto Smerilli
Produktion: CSC Production, Rai Cinema
Darsteller: Sara Serraiocco (Giulia), Michele Riondino (Libero), Marco Leonardi (Celestino, Giulias Vater), Stefania Montorsi (Costanza, Giulias Mutter), Lucia Mascino, Pippo Delbono, Martina Verroni

Italien 2016
104 Minuten, OmU

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Giulia und ihre Familie leben nach den strengen Regeln und Glaubenssätzen der Zeugen Jehovas. Mit ihrer Mutter Costanza zieht sie von Haus zu Haus, um neue Mitglieder anzuwerben. So lernt sie den rauen, aber attraktiven Libero kennen, der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde. Er findet bei Giulias Vater Celestino Arbeit in dessen Werkstatt. Giulia verliebt sich auf der Stelle in Libero und lernt durch ihn eine völlig andere Welt kennen. Doch die Liebe zu einem Mann, der nicht der Sekte angehört, ist verboten. Giulia ahnt, dass ihre Entscheidung schwerwiegende Konsequenzen haben wird.

Marco Danielis mitreißender Debutfilm wirft mit intensiven Bildern einen Blick in die verschlossene Welt der Zeugen Jehovas, die nicht nur im Kino fast unbekannt ist. Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, die entdeckt, dass sie ein anderes Leben haben könnte: ein Leben, das sie sich selbst aussucht. Herausragend die beiden jungen Schauspieler Sara Sarraiocco und Michele Riondino, die beim Festival von Venedig mit dem Pasinetti-Preis als beste Darsteller ausgezeichnet wurden.

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Die Themen der Identität, der Persönlichkeitsentstehung und der Beziehung von Individuum und Gruppe haben mich immer schon interessiert. Obwohl es in dem Film um eine komplexe und leidenschaftliche Beziehung geht, halte ich ihn nicht für einen Liebesfilm, sondern für eine Geschichte über das Erwachsenwerden. Ihre Gefühle für Libero, einen Jungen mit einer schwierigen Vergangenheit, veranlassen Giulia dazu, ihre eigene Identität zu suchen, aber sie sind dabei nicht das Ziel ihres Wegs, sondern nur der Katalysator der Veränderung. Giulias Emanzipation vollzieht sich in dem Moment, in dem sie lernt, auf ihre eigene Stärke zu zählen. In diesem Film geht es um ein junges Mädchen, das sich zur Frau entwickelt.
Marco Danieli

La ragazza del mondo, das Erstlingswerk von Marco Danieli, ist ein starker Film, mit einer sicheren Regie und einer schönen schauspielerischen Leistung. Allen voran die Hauptdarstellerin Sara Sarraiocco, aber auch die anderen Darsteller stellen ihr Talent unter Beweis. Angesichts des schwierigen Themas, in dem sich familiäre Dynamiken mit einem religiösen Glauben und der Zugehörigkeit zu der dominanten Welt der Zeugen Jehovas verflechten, war das nicht selbstverständlich. Es gelingt dem Regisseur, der zusammen mit Antonio Manca auch der Drehbuchautor ist, die Unruhe seiner Protagonistin feinfühlig zum Ausdruck zu bringen. Ohne ihre Emotionen einzusperren, gibt er den Veränderungen Raum, die Giulia nach und nach zu der Erkenntnis ihres Wunsches führen, ein eigenes und unabhängiges Leben zu führen und die Nabelschnur zu durchtrennen, an der sie bis zu diesem Zeitpunkt hing. Um endlich in die Welt hinauszutreten.
Cristina Piccino, Il Manifesto

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Marco Danieli (1976, Tivoli) tritt früh in Kontakt mit dem Theater, als er sich der experimentellen Gruppe „Zona Franca“ anschließt. 2007 macht er seinen Abschluss am „Centro Sperimentale di Cinematografia“ in Rom. Er ist Regisseur zahlreicher Dokumentar- und Kurzfilme, darunter Il migliore dei mondi possibili, über die Situation in den italienischen Gefängnissen, Il silenzio di Corviale, Ultima spiaggia, Le gemelle Wrestler und Nessuna rete. Ferner arbeitete er für den Fernsehkanal QChannel. 2016 realisierte er mit La ragazza del mondo seinen ersten abendfüllenden Spielfilm.

 

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